Vorspann

So mancher Wagehals, gelangt er erst an die Schwelle des großartigen Monats Juni, lässt sich nieder im Schatten der Platanen, und seine grimmige Miene sänftig sich. Seht hier das Gezweig und da die hohe Säule des Quecksilbers, die steigt und wieder sinkt, gemahnend an den Atem eines Schläfers. Seht hier doch das Wippen eines Sonnenschirms und dort das vordem so furchterregende Gesicht. Entspannte es doch die Nase und die wulstige Lippe, die so jäh daraus hervorstößt, würde es doch friedsam! – denn, bei Gott, die Stadt ist ruhig. Mit diesen Zeilen fängt der Launische Sommer an, ein Roman des tschechischen Schriftstellers Vladislav Vancura, hier wiedergegeben in einer leider allzu unzulänglichern deutschen Übersetzung von Gustav Just aus dem DDR-Jahr 1971. Vladislav Vancura (1891 – 1942) nennt sein 1926 zum ersten Mal erschienenes Buch einen humoristischen Roman. Wie unterhaltsam es auch ist, es ist viel mehr, als nur eine Unterhaltung. Das Lachen dieses Buches ist eine Lebensphilosophie. Es würde den Rahmen sprengen, alles das erzählen zu wollen, was sich in einem kleinen tschechischen Badeort, dessen Ruhe mit dem Erscheinen eines Zauberers und seiner schönen Assistentin gestört wurde, zwischen den drei Protagonisten der Geschichte zugetragen hatte. Viel wichtiger als die Erzählung selbst, ist die Lebenseinstellung des Erzählers, seine Betrachtungen und Kommentare, die nicht nur eine freundliche Szenerie des sommerlichen Flussufers zeichnen, sondern auch die der guten Laune, des kameradschaftlichen Beisammenseins und der Lebenskunst schlecht hin.

Entwurfsidee

Nach der Exkursion und den gesammelten Eindrücken vor Ort, musste ich feststellen, dass dieser eine Schwelle zwischen der Natur und der Urbanen Stadt bildet. Um den romantische Eindruck nicht zu stören, war mein Leitgedanke eine Vertikale Struktur auf dem Wasser zu errichten. Die Satteldach geprägte Umgebung brachte mich auf die Idee, den im Raumprogramm beinhalteten Kanu Klub in ein Gerüst aus gestoppelten Giebelhäuschen unter zu bringen und die Nutzung zwischen den Badegästen und den Ruderer zuteilen. Der auf dem Wasser ruhende Turm leitet sich aus der Geometrie eines Quadrates mit einer Kantenlänge von 5 Metern ab und bildet eine Kajüte mit 4 Schlafplätzen. Diese werden in Fertigbauteilen in einem Gerüst aus Stahlbau gelagert. Durch die saisonale Nutzung im Sommer und dem Winter, habe ich die Kajüten mit einer Holzbaukonstruktion ausgestattet, die lediglich eine Wetterschuztbehausung bildet und somit einen leichten Wandaufbau besitzt. Mit dem aufruhenden Klubraum findet der Turm seinen Abschluss und bittet die Eventualität einer kleinen Mahlzeit und dem zusammenkommen einer geselligen Runde der Klubmitglieder. Die Gesamtfigur bildet ein gleichschenkliges Dreieck, wo der Bademeister und Anlagen Bewacher im Schnittpunkt seine Wohnung hat.


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